Frieden mitgestalten: Neuer Themenschwerpunkt im WirkRaum der Caritas in der Bahnhofstraße 9

Im Rahmen des „100 Jahre Jubiläums“ im Jahr 2024 blickte die Caritas Vorarlberg speziell auch auf ihre Rolle in der Gründungszeit und nach dem ersten Weltkrieg zurück. Im Dialog kam die Frage auf, welche Rolle die Caritas auch heute im Bemühen um ein friedvolles Miteinander spielt.

Caritasdirektor Walter Schmolly erachtet beim Thema „Frieden“ drei Aspekte als wesentlich: 

  • Der Frieden hat als innerste Quelle die Verbundenheit aller Menschen untereinander in der einen Menschheit. Insofern ist die wichtigste Friedensarbeit das Stärken dieser Verbundenheit, die immer Gabe und Aufgabe zugleich ist. Alles, was die Verbundenheit zwischen den Menschen stärkt, ist Friedensarbeit und eine präventive Form gewaltfreien Widerstands gegen Gewalt und Krieg.
  •  Frieden ist eine Vision und benennt als solche eine Verfasstheit der Welt, die ganzheitlich alle Aspekte der Wirklichkeit betrifft: So impliziert Frieden beispielsweise einen regenerativen Umgang mit den begrenzten ökologischen Ressourcen ebenso wie die gerechte Verteilung von Chancen für alle Menschen, hat aber auch wesentlich eine spirituelle Dimension.
  • Frieden ist hier auf Erden kein Zustand, sondern ein Prozess, der jede und jeden und alle Systeme im Sinne der Friedensvision in die Verantwortung und die Pflicht nimmt: Friede ist kein Selbstläufer, sondern ein kontinuierliches Aushandeln gerechter Verhältnisse und von Formen eines empathisch-respektvollen Miteinanders.

Ausstellungen, Workshops, Dialogforum und mehr
Beim Themenschwerpunkt im Dornbirner WirkRaum „Frieden mitgestalten“ gehe es darum, Menschen und Themen zu verbinden, Kräfte zu bündeln und Reflexion sowie Lebenspraxis für eine gute gesellschaftliche Entwicklung zu stärken. Nach dem erfolgreichen Auftakt – einer Ausstellungseröffnung des Fotografen Reinold Amann mit dem Titel „Kulturwechsel – Zum Ankommen und Leben von geflüchteten Menschen“, bei der bis 13. März auch ausgewählte Zeichnungen des Künstlers Zafar Haqyar zu sehen sind, kann der WirkRaum auf einen dichten Veranstaltungskalender verweisen: Geplant sind unter anderem eine Ausstellung in Kooperation mit der Lebenshilfe (ab 26. März), die Präsentation der Friedensplakate von Schüler*innen des BG Dornbirn (ab 5. Mai), Workshops, ein Dialogforum sowie ein Stadtrundgang „Öffentlicher Raum und soziale Konflikte“. „Der Themenbogen ist bewusst sehr weit gespannt, um verschiedene Blickrichtungen und Formen der Begegnung und des Austausches zu ermöglichen. Wir möchten dabei auch bewusst Räume offenlassen, in denen sich Neues entwickeln kann“, so das WirkRaum-Team. Alle Termine und Infos dazu sind unter www.caritas-vorarlberg.at/wirkraum zu finden.

Statements zum Thema Frieden:

Frieden beginnt für mich im täglichen Miteinander. In meiner Arbeit ist es mir wichtig, dass sich Menschen willkommen fühlen, respektvoll miteinander umgehen und Raum für Austausch haben. So kann Frieden im Alltag spürbar werden. Durch Zuhören, Offenheit und ein gutes Miteinander.

Savina Homann, WirkRaum

Ich habe mir bei meinem Bild gedacht, dass Frieden für mich innere Ruhe und Zufriedenheit bedeutet. Innerer Frieden ist für mich, wenn ich alleine bin, entspannen kann und ich mir nicht wegen der Schule oder Hobbies Gedanken machen muss. Äußerer Frieden ist mir auch wichtig. Für mich ist äußerer Frieden, wenn ich in einer entspannten Umgebung bin und/oder in Gesellschaft einer Person, die mir nahesteht."

Anna-Mae Fussenegger, 3B, BG Dornbirn

Für mich führt einer der ersten Gedanken an Frieden zur Ruhe, zur Stille. Zum einen denke ich an still-stehende, kostbare Zeit in der Natur. Zum anderen an Momente der Ruhe zwischen Menschen – gerade auch als Beginn für entschleunigte Begegnung, für offenes Zuhören, für ein friedliches Gespräch.

Karin Schmid, WirkRaum