„Ganz Ohr!“ – Geschichten, die verbinden

Vorlesen ist mehr als nur das Teilen von Geschichten – es schafft Nähe, stärkt Beziehungen und fördert das Miteinander. Beim Projekt „Ganz Ohr!“ engagieren sich Freiwillige, die mit ihren Erzählungen sowohl Kindern als auch älteren Menschen eine besondere Freude bereiten. Sie standen kürzlich im Mittelpunkt eines Dankeabends im Diözesanhaus in Feldkirch, wo ihr wertvoller Beitrag gefeiert und gewürdigt wurde.

„Lesen gehört einfach zu meinem Leben“, erzählte Ehrentraud, eine 85-jährige Vorlesepatin aus Rankweil. Früher las sie ihren Kindern und Enkeln gerne vor, heute sind es schon ihre Urenkel. Doch ihre Leidenschaft für das Vorlesen beschränkt sich nicht nur auf die Familie – auch in der Bücherei ist sie regelmäßig im Einsatz und liest Kindergartengruppen vor. Ehrentrauds Leidenschaft für das Vorlesen ist seit ihrer Kindheit ungebrochen. Eine Haltung, die viele Freiwillige teilen, die sich im Projekt „Ganz Ohr!“ engagieren. 

Beim feierlichen Dankeabend im Diözesanhaus in Feldkirch wurde das Engagement von Vorlesepat*innen, Bibliothekar*innen und Wegbegleiter*innen gewürdigt. Veronika Winsauer und Silvia Freudenthaler nutzten die Gelegenheit, ihnen ein großes Danke auszusprechen. Gleichzeitig wurden auch die neuen Vorlesepat*innen im Team begrüßt. 16 Teilnehmerinnen haben seit Herbst erfolgreich an der Schulung teilgenommen und konnten zum Abschluss ein Zertifikat entgegennehmen. Einige sind schon aktiv als Vorlesepat*innen im Einsatz. Andere freuen sich auf ihre ersten Vorlesestunden. Das Engagement der Vorlesepat*innen ist vielseitig: Sie lesen Kindern in Büchereien vor, besuchen Senior*innen im Heim oder bringen auch Menschen, die zu Hause leben, die Freude am Lesen näher. 

Caritasdirektor Walter Schmolly hob die besondere Kraft des Vorlesens hervor: „Es schafft Nähe, fördert Beziehungen und verbindet Menschen.“ Er betonte zudem die spürbare Freude der Freiwilligen, die mit Begeisterung vorlesen. „Es ist schön, dass etwas, das so viel Freude bereitet, auch eine so große Wirkung entfaltet.“ Für Manuela Gangl vom Katholischen Bildungswerk der Diözese Feldkirch ist das Vorlesen auch für die Vorlesenden ein Gewinn: „Vorlesen ist nicht nur eine Bereicherung für die Zuhörer, sondern auch für die Vorlesenden. Es bietet ihnen eine wertvolle Auszeit, eine Art Bonuszeit, in der sie selbst in die Welt der Geschichten eintauchen können.“ Barbara Allgäuer-Wörter, Leiterin der Landesbüchereistelle des Landes Vorarlberg, betonte die Wichtigkeit der Bibliotheken als Orte der Begegnung und des Austausches. 

Der offizielle Teil des Abends endete mit Auszügen aus der Göttlichen Komödie des Dichters Dante Alighieri, vorgetragen von der Schauspielerin Helga Pedross. Anschließend blieb noch Raum für anregende Gespräche und schöne Begegnungen, bei denen sich die Gäste austauschen konnten. Unter ihnen befanden sich auch Bea Bröll (Caritas), Michaela Mörschbacher (Medienstelle Diözese) sowie zahlreiche Bibliothekar*innen, darunter Alexandra Pohn (Lustenau) und Ingrid Preiner (Fußach). Auch 2026 bleibt „Ganz Ohr!“ ein Projekt, das nicht nur Bücher, sondern auch Menschen zusammenbringt.

Caritas Freiwilligenkoordination Vorlesepat*innen:

Veronika Winsauer, M 0676 88420 4014, E veronika.winsauer(at)caritas.at

 

Bibliotheken Fachstelle der Katholischen Kirche Vorarlberg:

Silvia Freudenthaler, M 0676 83240 1140, E silvia.freudenthaler(at)kath-kirche-vorarlberg.at