HR ist in der Caritas Vorarlberg Teamarbeit. Monika Kawaus, Selin Bereiter und Stefanie Kritzner-Bickel geben Einblick in die Personalabteilung der Caritas Vorarlberg:
Wie lange sind Sie Personalleiterin der Caritas Vorarlberg?
Monika Kawaus: Mich verbindet eine lange berufliche Laufbahn mit der Caritas. Begonnen habe ich als Praktikantin. Nachdem ich in verschiedenen anderen Funktionen tätig war, bin ich seit dem Jahr 2005 Leiterin der Personalabteilung.
Wie hat sich Ihrer Meinung nach die Situation am Arbeitsmarkt in den letzten Jahren verändert? Wie sieht die Situation aktuell aus?
Monika Kawaus: Die Bedingungen haben sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. Als Arbeitgeberin müssen wir Räume schaffen, in denen Menschen sich fachlich und menschlich entfalten können. Wir sind als Team in der Personalabteilung gut aufgestellt, um gute Arbeitsbedingungen bieten zu können. Die Caritas ist hier besonders, weil neben den hauptamtlichen Mitarbeiter*innen auch rund 1.000 Freiwillige bei uns tätig sind. Wir ziehen dabei möglichst alle an einem Strang mit dem Ziel, Menschen in ihren individuellen Notlagen bestmöglich unterstützen zu können.
Inwieweit ist der Arbeitgeber gefordert, attraktive Bedingungen zu schaffen? Was muss ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitenden bieten?Stefanie Kritzner-Bickel: Attraktive Arbeitsbedingungen sind ein Muss, um als Arbeitgeberin interessant zu sein. Seit 2022 setzen wir uns deshalb intensiv mit dem Thema Employer Branding auseinander. Menschen wollen Sinn, Wertschätzung und Verlässlichkeit, nicht nur Benefits. Attraktive Arbeitsbedingungen heißen für uns: faire Bezahlung, Mitsprache, gehört werden, Entwicklungsmöglichkeiten und eine Kultur des Miteinanders. Flexibilität, Vertrauen und Unterstützung im Alltag sind entscheidend, um gute Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Auch mit anderen Sozialorganisationen streben wir Kooperationen an.
Selin Bereiter: Ich denke, dass gerade unsere beruflichen Wege aufzeigen, wie attraktiv diese Rahmenbedingungen sind: Ich konnte neben einer Vollzeit-Anstellung mein Studium abschließen, Stefanie Kritzner-Bickel bringt durch ihre unterschiedlichen Ausbildungen zusätzliche Perspektiven ein. Die Arbeit im Sozialbereich ist zwar herausfordernd, gleichzeitig bringt es aber auch viele Entwicklungsmöglichkeiten mit sich. Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen sind bei uns willkommen.
Was ist oberste Maxime für einen Arbeitgeber, um bewährte Kräfte zu halten?
Stefanie Kritzner-Bickel: Wertschätzung und Vertrauen sind sicherlich die Basis, aber auch die Leistung der Mitarbeiter*innen zu sehen und anzuerkennen. Bindung entsteht durch Überzeugung, nicht durch Boni. Eine gute, empathische Führung sehe ich ebenfalls als wichtigen Schlüssel, sinnvolles Arbeiten bringt Motivation und Halt mit sich. Und sehr wesentlich ist auch, dass auf die individuelle Situation der Mitarbeitenden Rücksicht genommen wird.
Wie könnte man Ihre Firmenphilosophie beschreiben, was zeichnet Ihr Unternehmen aus? Worin liegen die Stärken Ihres Unternehmens?
Monika Kawaus: „Menschlich, mutig, tatkräftig“ beschreibt unsere Unternehmensphilosophie. Wir packen dort an, wo soziale Herausforderungen sind und unterstützen Menschen in ihren individuellen Notlagen. Besondere Stärken der Caritas als Arbeitgeberin liegen sicher in der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit für Klient*innen, aber auch gegenüber Mitarbeiter*innen – ich denke hier beispielsweise an flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit zu zeitweisem Homeoffice. Wir entwickeln unser Unternehmen auch stark in Richtung Selbstorganisation, was Mitarbeitenden wiederum die Möglichkeit bietet, persönliche Stärken und Talente besser einzubringen.
Wie sieht Ihr Onboarding aus?
Selin Bereiter: Wir versuchen hier, ein individuelles Ankommen zu ermöglichen, das sich persönlich und wertschätzend gestaltet. Dazu zählt auch die Begleitung durch erfahrene Kolleg*innen im Team und ein individueller Einarbeitungsplan je nach Funktion. Für alle neuen Caritas-Mitarbeiter*innen organisieren wir zwei Onboarding-Tage, in denen Werte und Kultur der Caritas vermittelt werden sowie ein Austausch möglich ist.
Wie reagieren Sie bei internen Problemen zwischenmenschlicher Art?
Stefanie Kritzner-Bickel: Wir orientieren uns daran eine konstruktive Konfliktkultur zu schaffen, sehr viele Themen werden direkt in den Einrichtungen gut gelöst, die Führungskräfte entwickeln sich hier laufend weiter. Auch wir in der Personalabteilung stehen im Bedarfsfall bei der Suche nach Lösungen unterstützend zur Seite. Wir unterstützen auch verschiedenste Maßnahmen, um die Beziehungsarbeit zu stärken – etwa durch das Angebot von Supervision.
Zur Person:
Selin Bereiter, MA
Funktion: Recruiting & HR-Projekte
Ausbildung: Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt HR, Management und Organisationsentwicklung
Mag. Stefanie Kritzner-Bickel
Funktion: Employer Branding Management
Ausbildung: Studium der Psychologie, Klinische und Gesundheitspsychologie, Arbeitspsychologin, Coaching
Mag. Monika Kawaus, MA
Funktion: Personalleiterin
Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften, Studium Personalmanagement und Personalentwicklung, Coaching, Mediatorin in Ausbildung