In der neu sanierten Notschlafstelle der Caritas in Feldkirch finden wohnungslose Menschen Schutz und Wertschätzung.
Nach einjähriger Umbauphase konnte die Notschlafstelle am Jahnplatz in Feldkirch im Sommer neu bezogen werden. Die Räume sind funktional, hell und freundlich gestaltet. Doch es geht um mehr als nur neue Wände: „Wir wollten einen Ort schaffen, an dem sich Menschen sicher und respektiert fühlen“, sagt Alexandra Achatz, Stellenleiterin der Notschlafstelle. „Der Umbau wurde bewusst ressourcenschonend realisiert und konnte dank der Unterstützung zahlreicher Spender*innen umgesetzt werden,“ sagt sie.
Die baulichen Veränderungen orientierten sich aber nicht nur an wirtschaftlichen, sondern auch an sozialen Notwendigkeiten. Besonders wichtig war dabei die Umstellung auf Einzelzimmer. Gerade für Frauen in belastenden Lebenslagen bedeutet das ein Stück Privatsphäre, Schutz und Rücksichtnahme. Neben einem Bett für die Nacht bietet die Notschlafstelle auch Duschen, Waschmöglichkeiten, eine Küche und vor allem soziale Beratung. „Wohnungslosigkeit hat selten nur eine Ursache“, erklärt Caritas-Mitarbeiter und Sozialarbeiter Stefan Lins. „Es ist oft ein Zusammenspiel von familiären Konflikten, Krankheit, Jobverlust und fehlender Perspektive. Wir versuchen, Menschen in dieser Komplexität Halt zu geben und gemeinsam Schritte in ein selbstbestimmtes Leben zu gehen.“
Chance auf Neuanfang
Das Beispiel von Melissa* zeigt, wie ein Leben eine neue Richtung bekommt, wenn Sicherheit da ist. Sie ist in einem gewaltvollen Umfeld aufgewachsen, kannte lange nur Ablehnung und Kontrolle. Unterstützung erhielt sie kaum, weder emotional noch schulisch. Erst als junge Erwachsene wagte sie den Ausbruch. „Es war ein Befreiungsschlag“, sagt sie rückblickend. In der Notschlafstelle fand sie den Raum, um zur Ruhe zu kommen und sich zu sortieren. Hier erlebte sie auch zum ersten Mal Wertschätzung: „Niemand schreit mich an, niemand macht mich klein. Ich werde mit meinem Namen angesprochen – nicht mit Schimpfwörtern.“ Mit Unterstützung der Sozialarbeiter*innen arbeitet sie an ihrem Neustart. „Als Kind wollte ich immer Polizistin werden, jetzt bin ich schon zufrieden, wenn ich auf eigenen Füßen stehen und meinen Lebensunterhalt selber stemmen kann,“ sagt sie. „Einfach ein ganz normales ruhiges Leben, das wäre mein größter Wunsch.“ Die Chancen dafür stehen gut, der Anfang ist gemacht.
Notschlafstelle der Caritas: Spendenkonto:IBAN: AT32 3742 2000 0004 0006, Kennwort: Notschlafstelle |