Tracking-Experiment zeigt Handlungsbedarf auf nationaler Ebene auf


Der von Greenpeace mit einem Experiment aufgezeigte Mangel an Sortiereinrichtungen in Österreich trifft auf das Sammel- und Sortiersystem von Gebrauchtkleidung in Vorarlberg nicht zu. „Wir haben mit der Carla Tex das einzige Kleidersortierwerk mit einer Vollsortierung in Österreich. Hier werden die Textilien und Schuhe hinsichtlich Verwendbarkeit nach über 200 Kriterien geprüft und sortiert. Das schafft eine hohe Garantie für den weiteren Verwendungsweg“, so Karoline Mätzler, Fachbereichsleitung Arbeit & Qualifizierung zum Verwertungssystem von Textilien in Vorarlberg. Abfall, der fälschlicherweise im Orangen Sack landet, muss aufwändig und mit hohen Kosten verbunden aussortiert werden.

Einige Zahlen zum Konsumverhalten von Frau und Herr Österreicher vorweg: Durchschnittlich kauft Jede*r 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr, allein in Vorarlberg sammelt die Caritas in Zusammenarbeit mit den Vorarlberger Gemeinden und dem Gemeindeverband durchschnittlich 3.500 Tonnen Gebrauchtkleidung im Jahr, die zum österreichweit einzigartigen Kleidersortierwerk carla Tex in Hohenems angeliefert werden. Das sind umgerechnet knapp neun Kilogramm pro Einwohner*in.

EU gibt klare Regeln vor

Eine seit heuer gültige EU-Vorgabe verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, eine getrennte Erfassung von Alttextilien zu gewährleisten. „Die EU-Vorgaben sind klar und gehen gezielt auf das Problem ein. Was fehlt sind einige Umsetzungsschritte auf nationaler Ebene“, so Karoline Mätzler. Für Vorarlberg bedeutet dies jedoch keine Änderung. Vorarlberg gilt bundesweit als Best Practice bei der Verwertung von Gebrauchttextilien. In Kooperation mit dem Vorarlberger Gemeindeverband sorgt die Caritas bereits seit vielen Jahrzehnten für eine flächendeckende Textilsammlung zum Zweck der Wiederverwendung („Re-Use“). „Das Modell könnte auf Österreich ausgerollt werden. Interesse bei Entscheidungsträgern ist vorhanden, die Gespräche dafür am Beginn. Wir hoffen auf den politischen Willen, dies auch rasch umzusetzen, denn die ökonomischen Herausforderungen sind angesichts der wachsenden Menge an Textil-Müll hoch. Der Mehraufwand für die sachgerechte Sortierung und das Entsorgen muss abgegolten werden und die Hersteller in die Verantwortung genommen werden. Dann können wir weiterhin Arbeitsplätze für am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen erhalten, die Umwelt schonen und Menschen in vielfältiger Weise Freude mit guter Secondhandkleidung machen“, so die Reaktion von Karoline Mätzler, Fachbereichsleitung Arbeit & Qualifizierung auf die Erkenntnisse des Experiments von Greenpace Österreich.

Wichtiger Appell: „Bitte nur saubere, nicht beschädigte Textilien in den Orangen Sack packen und in die Sammelcontainer einwerfen oder gleich direkt in den Carla Shops abgeben. „Gut ist, was man selbst im Freundeskreis weitergeben würde, so der Tipp, ob etwas in den Orangen Sack gehört oder nicht. Alles andere gehört in den Restabfall.

Facts:

Schöne, saubere und gebrauchsfähige Textilien im gut verschlossenen Orangen (oder anderen) Sack können gerne in den Kleidercontainer eingeworfen oder in den carla Shops persönlich abgegeben werden: Kleidung, Schuhe, Heimtextilien.

Nicht-textile Sachspenden bitte nicht in die Kleidercontainer geben! Diese können im carla Möslepark in Altach oder über die Re-Use-Box in den ASZs abgegeben werden: Geschirr, Dekorationsartikel, Gebrauchsgegenstände, Möbel, Elektrogeräte – alles bitte nur sauber, intakt und funktionstüchtig.

Alles, was nicht sauber und wiederverwendbar ist, ist keine Kleider- oder Sachspende. Bitte ordnungsgemäß über die Restabfallsammlung oder die jeweilige getrennte Sammelschiene an den Abfallsammelzentren (ASZ) entsorgen.

Weitere Infos: www.carla-vorarlberg.at