„Die Statistik Austria hat vergangene Woche die Sozialdaten für Österreich veröffentlicht. Laut dieser Erhebung leben in Österreich 3,7% der Bevölkerung in manifester Armut, können sich also das Nötigste nicht leisten, wie beispielsweise die gesamte Wohnung zu heizen oder auch noch am Monatsende genug Lebensmittel einzukaufen. In Vorarlberg betrifft das ca. 15.000 Menschen. Die Studie zeigt auch, dass Einelternhaushalte und Familien mit mehr als drei Kindern von solcher manifesten Armut weit überdurchschnittlich betroffen sind: Zehn Prozent der Einelternhaushalte und sieben Prozent der Familien mit mehr als drei Kindern leben in manifester Armut. Die Zahlen sind durch die Krisen der letzten Jahre deutlich gestiegen.
Mit Blick auf diese Realitäten in unserer Gesellschaft sind die Sparvorhaben der Bundesregierung in manchen Punkten leider sozial unsensibel. Das hat zur Folge, dass Menschen zusätzlich belastet werden, denen es jetzt schon am Nötigsten fehlt. Man darf über die angemessene Verteilung der Lasten bei einer Budgetsanierung unterschiedlicher Meinung sein, eine rote Linie gehört allerdings dort gezogen, wo man jemandem etwas zumutet, das diese Person oder Familie nicht bewältigen kann.
Familien, die jetzt schon in manifester Armut leben, haben keine Möglichkeiten, den Wegfall des Klimabonus oder die Nichtindexierung der Familienbeihilfe in irgendeiner Weise zu kompensieren. Die Sparvorhaben der Regierung verschärfen damit die Armutssituation dieser Familien. Das macht weder sozialpolitisch noch wirtschaftspolitisch Sinn und ist auch unnötig. Auch wenn Sparen angesagt ist, hat Österreich immer noch genug Ressourcen, dass die 3,7 Prozent der Bevölkerung, die am wenigsten haben, nicht noch zusätzlich belastet werden müssen.“