Es war wohl auch für Autor Jürgen-Thomas Ernst eine ungewöhnliche Lesung im Caritas Café in Feldkirch, ist doch das Publikum dort im Alltag oftmals mehr mit existenziellen Sorgen, als mit Literatur beschäftigt. Doch alle Beteiligten waren sich im Anschluss einig: Es war ein besonderer kultureller Genuss!
Anlässlich des diesjährigen „Welttag des Buches“ hatte der Vorarlberger Erfolgs-Autor Jürgen-Thomas Ernst die Idee, in der Lauteracher Sternwerkstatt sowie im Caritas-Café gratis vorzulesen: „Mein persönlicher Zugang zur deutschen Sprache war als Kind eher holprig, das hängt wohl mit frustrierenden Erlebnissen während meiner Schulzeit zusammen“, erzählt der Autor, dessen neuestes Werk „Schweben“ sehr erfolgreich ist. „Gewandelt hat sich das später in der Försterschule, in dieser Zeit habe ich entdeckt, welchen gewaltigen Schatz die Sprache bereithält.“ Und genau darum geht es Jürgen-Thomas Ernst: Mit Menschen, die bislang keinen positiven Zugang zu Sprache hatten, diesen „Schatz“ zu teilen.
Lesung oder Gespräch?
Jürgen-Thomas Ernst hatte zwei Themenbereiche mit im „Gepäck“: Ein Text über Hoffnung, die die Natur mit sich bringt, sowie einen zum Thema Liebe – hier las der Autor, der auch ausgebildeter Förster und Waldpädagoge ist, aus seinem aktuellen Buch „Schweben“. Besonders aufmerksam waren die Gäste bei seinen Erzählungen, die beschrieben, dass auch seine eigene Familiengeschichte nicht immer nur „märchenhaft“ war. Eine Vorlesestunde, die vielleicht die Gäste auch motivierte, in den im Caritas Café vorhandenen Zeitungen zu lesen. Denn wie brachte es einer der Besucher so treffend auf den Punkt: „Lesen entspannt die Seele!“