Wo nicht nur Tomaten, sondern auch Ideen wachsen

Kerstin Formanek ist voll in ihrem Element: Sie gräbt ein Loch in die dunkle, feuchte Erde, setzt eine junge Tomatenpflanze ein und drückt die Erde behutsam wieder an. Die 47-Jährige gärtnert leidenschaftlich gerne. Das Anpflanzen von Mais und Kartoffeln hat es ihr dabei besonders angetan. „Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt einfach ganz anders", sagt die Hobbygärtnerin. Die Tomaten, die sie heute in Händen hält, werden aber nicht in ihrem privaten Schrebergarten in Lustenau angepflanzt, sondern im WirkRaum in Dornbirn. In wenigen Tagen startet dort der neue Themenschwerpunkt Ernährungssicherheit und die jungen Pflanzen sind Teil der kreativen Gestaltung der Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße.

Seit Mitte März des vergangenen Jahres ist der WirkRaum der Caritas Vorarlberg der Arbeitsplatz von Kerstin Formanek. „Bei meiner Jobsuche bin ich auf ein Stelleninserat in der Kulturzeitschrift gestoßen. Die Beschreibung hat mich sofort angesprochen“, erzählt die engagierte Lustenauerin. „Im WirkRaum kann ich meine Talente und Fähigkeiten einbringen: organisieren, planen, den Überblick behalten und Neues entwickeln.“ Dabei ist sie auch viel mit den verschiedenen Fachbereichen der Caritas in Kontakt. „Der WirkRaum ist ein Zukunftsort, ein Lernort und einfach ein wunderbarer Veranstaltungsort für gute Gespräche und Wirkung. Hier wachsen neue Ideen“, zeigt sich Formanek von ihrem Arbeitsplatz begeistert. Nur Positives kann sie auch über die Zusammenarbeit mit ihren Kolleginnen und Kollegen berichten: „Unser Team ist selbstorganisiert und flexibel. Wir schaffen im Team vieles, was allein nicht möglich wäre.“

Zu den Aufgaben von Kerstin Formanek zählen unter anderem der Aufbau und die Pflege von guten sinnstiftenden Kooperationen, Netzwerken und Partnerschaften sowie die Koordination des Themenschwerpunkts Ernährungssicherheit. In dieser Funktion hat sie gerade alle Hände voll zu tun. Vom 24. April bis zum 1. August sollen im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen unterschiedliche Aspekte beleuchtet und Denkanstöße gegeben werden. Interessante Vorträge, Exkursionen und Führungen stehen ebenso auf dem Programm wie ein Familienquiz, eine Rezepte-Tauschbörse und Kochkurse, in denen Expert*innen Tipps gegen die Verschwendung von Lebensmitteln geben. „Ich freue mich sehr auf das wunderbare Essen beim Mittagstisch von Ulli aus der Elfenküche“, sagt die Caritas-Mitarbeiterin mit einem breiten Lächeln. 

Vor ihrem Job als Projektverantwortliche im WirkRaum war die Absolventin der Fachhochschule Vorarlberg viele Jahre beim Umweltverband Vorarlberg tätig. Ein bewusster Umgang mit Ressourcen ist Formanek, die den Weg zu ihrer Arbeitsstelle, wenn möglich, mit dem Fahrrad zurücklegt und ihre Reisen klimaneutral mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegt, ein großes Anliegen. „Es gibt viele Möglichkeiten, wie jede und jeder selbst zur Ernährungssicherheit in Vorarlberg beitragen kann, zum Beispiel eigenes Gemüse anbauen oder eine Solidarische Landwirtschaft unterstützen“, erklärt die naturbegeisterte Frau, die sich in ihrer Freizeit bei der Initiative Gemüseallmende ehrenamtlich engagiert. Das gute Leben für alle, indem sich jeder Mensch gesunde, regional verfügbare Lebensmittel in ausreichender Menge und Qualität leisten kann, ist die Vision der Lustenauerin, die demnächst nach Wolfurt übersiedeln wird. „Ohne gutes Essen ist der Mensch nicht gesund. Gesundheit hat jede und jeder verdient.“

Steckbrief Kerstin Formanek:

  • Geburtsjahr: 1977
  • Wohnort: Lustenau, bald Wolfurt
  • Familie: Partnerschaft
  • Hobbys: Zeit mit den fünf Gota-Kindern in Bizau und Lustenau verbringen, den Schrebergarten bestellen, Live-Konzerte besuchen, klimaneutrale Reisen mit den ÖPNV
  • Lieblingszitat: Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden. Berthold Auerbach (1812 - 1882), eigentlich Moses Baruch Auerbacher, deutscher liberaler Kulturpolitiker und Schriftsteller