In familiären Kontext können psycho-soziale Belastungen auftreten. Über Erkenntnisse und Möglichkeiten der Behandlung und Vorsorge berichtet Dr. Albert Lingg als Gast in der Kultur.LEBEN Vortragsreihe, am Donnerstag, den 20. April, um 19.30 Uhr, im Sonnenbergsaal in Nüziders.
Glaubt man den Schlagzeilen der letzten Jahre, nehmen psychische Störungen in unseren Breiten stetig zu. Abgeleitet wird dies von den enorm gestiegenen Ausfallstagen und Frühpensionierungen aufgrund psychiatrischer Leiden. Ob es allerdings eine tatsächliche Zunahme gibt oder diese nun häufiger entdeckt und behandelt werden, ist unter Fachleuten umstritten. „Während wir für viele Krankheiten heute über bessere Behandlungsmöglichkeiten verfügen und in vielem abgesicherter leben, stellen uns zeit- und kulturspezifische Veränderungen vor neue Herausforderungen“, erklärt Albert Lingg, früherer Primar und Leiter der Gerontopsychiatrie im LKH Rankweil.
Neben den Betroffenen ist auch ihre Umgebung, ins besonders Lebenspartner und Familien, häufig verunsichert und gefordert. Fragen nach den Ursachen von Krisen und Krankheiten, möglicher eigener Verstrickung, der Einstellung der Gesellschaft oder dem Umgang mit Vorurteilen tun sich auf. So viel sich zum Positiven geändert hat – der Umgang mit all dem ist noch lange nicht so unbefangen wie es der mit körperliche Krankheiten bereits ist.
Welche Stolpersteine sich hier häufig in den Weg legen, erörtert Albert Lingg in seinem Vortrag. „Der Mensch in Krise oder Krankheit braucht ein verständnisvolles Gegenüber, gleichzeitig haben Angehörige auf sich und die Grenzen ihrer Hilfsmöglichkeiten zu achten. Diesen Spagat zu schaffen kann mühsam sein“, so der Mediziner. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte während seiner beruflichen Tätigkeit umfassten die Bereiche Geriatrie/Gerontopsychiatrie, Suizidprophylaxe, Enthospitalisierung sowie die forensische Psychiatrie und Psychotherapie.
Wie alle KünsterInnen, die in der Kultur.LEBEN-Reihe auftreten, verzichtet auch Albert Lingg auf seine Gage. Der Erlös der Veranstaltung kommt einem Projekt der Caritas für Aidswaisen in Äthiopien zu Gute. Karten: Abendkasse, Hypobanken, Gemeindehaus Nüziders T 05552 62241-80