Es ist immer noch mein Leben

 

Über 28 Prozent aller BurgenländerInnen sind älter als 60 Jahre. Zwar werden die Alten immer jünger, gleichzeitig steigt durch die höhere Lebenserwartung auch der Bedarf an liebevoller und kompetenter Betreuung und Pflege. Die Generation 60 Plus von heute stellt höhere und vielfältigere Ansprüche.

 

„Für die Gesellschaft und Politik ist es notwendig, sich mit dem ‚Alt sein‘ und dem ‚Alt werden‘ auseinander zu setzen und dieser Generation einen höheren Stellenwert einzuräumen. In einer Gesellschaft, die von jugendlichen Idealen geprägt ist, wird es immer wichtiger die Rolle des älteren und alten Menschen zu stärken und dessen Kreativität und Ressourcen besser zu nutzen." unterstreicht Landesrat Mag. Norbert Darabos die gesellschaftspolitische Relevanz der wachsenden Generation 60 Plus.

Menschen nicht alleine lassen

Caritas Direktorin Mag. Edith Pinter hebt bei ihrer Analyse der burgenländischen Pflegesituation vor allem zwei Trends hervor: „Einerseits ist auf Grund der Berufstätigkeit der Frauen ein gewisser Rückgang bei der familiären Pflege und Betreuung festzustellen, andererseits leben immer mehr Menschen in Singlehaushalten.“ Derzeit seien pflegende Angehörige noch der größte und wichtigste „Pflegedienst“ im Land, der Großteil davon seien Frauen. An die 80 Prozent aller hilfs- und pflegebedürftigen Menschen würden heute noch von Angehörigen oder nahestehenden Menschen betreut und gepflegt werden.

„Wir dürfen diese Menschen, die wirklich Großes leisten, mit ihren Sorgen nicht alleine lassen!“, fordert die Caritas Direktorin. „Um ihnen den Rücken zu stärken, werden wir mit Unterstützung des Landes unsere flexiblen Betreuungsangebote weiter ausbauen.“

 

Ein Konzept zum Wohlfühlen

„Von der Hauskrankenpflege, der 24h-Pflege, den Tageszentren, der Kurzzeitpflege nach einem Krankenhausaufenthalt bis hin zu den Altenwohn- und Pflegezentren – die Caritas bietet ein burgenländisches Gesamtkonzept, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen im Alter einzugehen. Das Wichtigste dabei: Es muss ein Konzept zum Wohlfühlen sein“, erklärt Caritas Direktorin Mag. Edith Pinter und unterstreicht die Bedeutung dieser großen Aufgabe für die Caritas Burgenland.

Auf die individuellen Bedürfnisse eingehen, Achtung vor der jeweiligen Lebensgeschichte und die Freiheit und Selbstbestimmung der Menschen – das seien wichtige Grundpfeiler der Caritas Betreuungsphilosophie.

Gewalt und Demenz

„Wir scheuen uns nicht, auch heikle Themen anzugehen. Im Caritas Haus Lisa wurde ein Kompetenzpool für das Problem ‚Gewalt im Alter‘ installiert. Dieses Wissen fließt in Form von Workshops natürlich weiter zu allen MitarbeiterInnen in den Häusern, den Tageszentren und der Hauskrankenpflege“, erläutert Edith Pinter.

Eine große Herausforderung für die Zukunft sieht sie in der steigenden Anzahl der von Demenz betroffenen Menschen. Hier fungiert das Haus St. Nikolaus als Drehscheibe für den Know-how Transfer, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern.

Einladung zum Tag der offenen Tür

In den letzten Jahren hat die Caritas das Haus St. Martin, ein Altenwohn- und Pflegezentrum in Eisenstadt, neu eröffnet. Für die Renovierung des Caritas Hauses Elisabeth in Rechnitz werden die ersten Pläne geschmiedet.

Das Angebot der Hauskrankenpflege und der Tageszentren wird laufend dem örtlichen Bedarf angepasst und mit zusätzlichen Angeboten – wie zum Beispiel dem Erinnerungscafé für Angehörige – erweitert. Um all das näher kennen zu lernen, macht die Caritas in ihren vier Altenwohn- und Pflegezentren die Türen weit auf und lädt ein zu einem bunten Programm mit Fachvorträgen, Beratungen und Hausführungen am 23. Oktober ab 15.30 Uhr. Weitere Infos: www.caritas-burgenland.at

Zahlen & Fakten im Überblick

Caritas Betreuen & Pflege

335.920 Stunden im Einsatz für Menschen, die Pflege benötigen

1.100 betreute Menschen im Alter

250 Mitarbeiter mit Herz & Kompetenz

4 Altenwohn- und Pflegezentren für 280 Menschen im Alter

8 Stützpunkte der Hauskrankenpflege

3 Tageszentren