Der 6-jährige Suheil musste mit seiner Familie nach Jordanien flüchten. Auf dem Weg in die Sicherheit waren sie wochenlang zu Fuß unterwegs. Ein Bombenangriff genügte, um die Grundlage ihrer Existenz zu zerstören, alles, was sie sich mühsam über viele Jahre aufgebaut hatten. Sie ließen nicht nur ihr Zuhause zurück, sondern auch eine Zukunft in ihrer Heimat. „Der kleine Suheil hat auf der Flucht sogar seine Stimme verloren. Die schrecklichen Erlebnisse haben ihn sprachlos gemacht“, schildert der Generalsekretär für Internationale Programme, Christoph Schweifer.
Eine verlorene Generation?
Mit Anfang 2015 sind im Nahen Osten mehr als 12 Millionen Menschen auf Überlebenshilfe angewiesen.
Vier Millionen Menschen sind allein aus Syrien hauptsächlich in die Nachbarländer Libanon, Jordanien und die Türkei geflohen. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder. Viele syrische Flüchtlingskinder kennen nichts anderes als Krieg. Millionen Kinder sind traumatisiert und leiden an Hunger.
Sie brauchen dringend Lebensmittel und Medikamente. Viele Flüchtlingskinder leben in zerstörten Häusern, Baracken und Zelten. Die meisten haben keinen Zugang zu Bildung oder Schule.
Siehe Foto Anhang: Die Kraft einer Umarmung:
Oft nimmt Suheil seinen kleinen Bruder Amer in die Arme und gibt ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, die er nun selbst langsam wieder finden kann.
Foto: Caritas
So hilft die Caritas
Mehr als 618.000 syrische Flüchtlinge haben in Jordanien Schutz gesucht. Die Caritas versorgt Flüchtlingsfamilien mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygienepaketen sowie Matratzen, Decken und Küchenutensilien. Familien, die dringend medizinische Hilfe benötigen, werden mit Medikamenten unterstützt. „Zusätzlich muss es gelingen, für Menschen, die alles verloren haben, neue Perspektiven zu schaffen, denn für die meisten Flüchtlinge wird eine Rückkehr in ihre Heimat nicht so schnell möglich sein,“ prognostiziert Schweifer und fordert daher eine Möglichkeit, dass Kinder in Flüchtlingslagern auch in die Schule gehen können: „ Nur so haben auch sie eine Zukunft und die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.“
Hoffnung geben
Mit Hilfe von Spenden will die Caritas 3.000 Kinder für ein Jahr mit Lebensmitteln, Kleidung und Hygieneartikeln versorgen und darüber hinaus 1.150 Kindern den Schulbesuch ermöglichen.
Auch Suheil und seine Familie bekommen bereits Hilfe: das traumatisierte Kind wird psychologisch betreut und die Familie mit Lebensmittel versorgt.
Weniger Hunger auf dieser Welt
Heute leiden weltweit um 167 Millionen Menschen weniger an Hunger als noch vor 10 Jahren.
„Diese Zahlen machen nicht nur uns große Hoffnung. Sie zeigen, dass wir gemeinsam in der Lage sind, Armut und Hunger zu besiegen!“, ist Caritas Direktorin Edith Pinter überzeugt. Wie dringend diese Hilfe benötigt wird, belegt Pinter mit folgenden Fakten:
„Tagtäglich sterben 8.000 Kinder aufgrund von Hunger und Unterernährung. Kinder, die mit viel zu geringem Gewicht auf die Welt gekommen sind oder die das erste Fieber nicht überlebt haben. Kinder, deren Familien vor den Kämpfen in ihrer Heimat flüchteten und alles zurücklassen mussten.“
Die Caritas Burgenland leistet akute Not- und Überlebenshilfe, gleichzeitig sorgen Hilfsprojekte dafür, dass sich die Ernährungssituation der Menschen langfristig verbessert. Ein Beispiel dafür ist das landwirtschaftliche Projekt in der Demokratischen Republik Kongo: „Zukunft ohne Hunger“.
DR Kongo: das Herz der Finsternis
Krieg, Terror und Zerstörung haben aus einem rohstoffreichen Land ein Armenhaus gemacht. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung in der DR Kongo sind mangelernährt. Vor allem Kinder unter fünf Jahren sind betroffen. „Die Caritas Hilfsprojekte setzen auf mehreren Ebenen an: Soforthilfe bei Unterernährung, Aufklärung der Mütter zum Thema Ernährung, Ausbildungsprogramme für junge Frauen, damit sie Lesen, Schreiben und Rechnen lernen und Aufbau von landwirtschaftlichen Projekten“, erklärt die Caritas Direktorin.
Getreidebanken für nächste Aussaat
In Zusammenarbeit mit der Caritas Kolwezi wurde dieses landwirtschaftliche Hilfsprojekt in Kolwezi gestartet. In den letzten sieben Jahren wurden in 16 Dörfern insgesamt 23 Genossenschaften gegründet. So ist es zum Beispiel gelungen, besseres Saatgut anzubauen, den teuren Kunstdünger durch natürliche und bodenschonende Kompostierung zu ersetzen und mit dem Bau von Speichern eine bessere und längere Lagerung zu ermöglichen. Das und ein Bündel von weiteren Maßnahmen haben geholfen, die Nahrungssicherheit von über 4.100 Menschen, davon rund zwei Drittel Kinder, deutlich zu erhöhen. Die Bauern und Bäuerinnen der Genossenschaft produzieren nun günstiger, die Qualität ihrer Produkte ist deutlich gestiegen, und sie erzielen daher auch bessere Preise auf dem Markt.
Frauen lernen Lesen
Irene Kalumbu Kahilu ist ein Beispiel dafür, wie Hilfe zur Selbsthilfe wirkt: Irene lebt in Kakopa, 265 Kilometer westlich von Kolwezi. Als Mutter von 6 Kindern - drei sind schon jung gestorben - hat Irene mit 37 Jahren nochmals die Schulbank gedrückt. Mit Hilfe von speziellen Lehrbüchern lernte Irene gemeinsam mit 22 anderen Frauen Lesen, Schreiben, Rechnen und Grundlagen der Hygiene, Kinderpflege und Ernährung.
Mit Hilfe des Caritas Landwirtschaftsberaters hat Irene gelernt, Erdnüsse anzubauen. Schon die erste Ernte war ein Erfolg und hat Irene in ihren Bemühungen bestärkt. Zusätzlich betreibt sie eine Kochstelle zur Gewinnung von Palmöl.
Auf dem Markt verkauft Sie ihre Produkte. Für einen Liter Öl bekommt sie umgerechnet rund zwei Euro. Das ist nicht nur ein wichtiger Schritt für ihre Familie in eine Zukunft ohne Hunger. Mit dem gesamten Erlös kann sie das Schulgeld, Hefte und Bücher für ihre Kinder besorgen. Wenn eines ihrer drei Kinder nun krank wird, muss sie nicht mehr hilflos zusehen, sondern kann den Arzt holen und die Medizin bezahlen. „Es braucht nicht so viel, um Wunderbares zu bewirken!“, appelliert die Caritas Direktorin an die Hilfsbereitschaft der BurgenländerInnen.
Jetzt helfen!
Die wichtigsten Partner im Kampf für eine Zukunft ohne Hunger sind Sie!
Schon mit einem Nothilfepaket bewirkt man so viel:
- Mit 20 Euro unterstützen Sie ein syrisches Flüchtlingskind einen Monat lang mit Lebensmitteln, Hygieneartikel und Kleidung.
- Mit 50 Euro unterstützen Sie ein Kind einen Monat lang mit Lebensmitteln, Hygieneartikel, Kleidung und Schulbesuch.
- Mit 30 Euro erhält eine Familie in der DR Kongo Gemüsesaatgut und Bodenbearbeitungsgeräte.
Sie wollen helfen?
Erlagscheine in allen Erste Banken, Raiffeisenbanken und Postämtern.
Spendenkonto Raiffeisen Burgenland:
IBAN: AT 34 3300 0000 0100 0652 Kennwort: Für eine Zukunft ohne Hunger 2015
Die katholischen Pfarren werden am 19. Juli und 2. August eine Sammlung durchführen.
2014 haben die BurgenländerInnen € 140.677,- gespendet.