Die Caritas begrüßt die Einigung der Regierungskoalition zur Unterstützung der Forderung nach einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer. Es müsse jedoch sichergestellt werden, dass die zusätzlichen Steuereinnahmen nicht zum Finanzausgleich des EU-Budgets genutzt werden, sondern zur Erreichung der UN-Millenniumsziele eingesetzt werden.
Die Regierungsparteien hatten sich bei einer Veranstaltung des "Ökosozialen Forums Europa" für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene ausgesprochen. Der frühere EU-Agrarkommissar und Präsident des "Ökosozialen Forums Europa", Franz Fischler, schlug dabei eine Bagatellsteuer von 0,01 Prozent auf den Handel mit Aktien, Derivaten und Devisen vor. Europaweit würde dies steuerliche Einnahmen von rund 83 Milliarden Euro bedeuten, was zwei Drittel des gesamten EU-Budgets entspricht.
Caritas-Präsident Franz Küberl betonte im Gespräch mit "Kathpress", dass die vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer ein Instrument sein könne, "um die UN-Millenniumsziele zur globalen Armutsbekämpfung zu erreichen". Dazu sei jedoch geboten, dass die steuerlichen "Mehreinnahmen der Globalisierungsgewinner den Globalisierungsverlierern zugute kommen".