Nach mehreren Jahren an der Spitze der Servicestelle Pflegende Angehörige verabschiedet sich Sonja Zauner mit Ende des Jahres in die wohlverdiente Pension. Mit Ende Oktober endet ihre aktive Zeit in der Servicestelle, bevor sie ihren Resturlaub antritt. Mit großem Engagement, klarer Haltung und viel persönlichem Einsatz hat sie sich für die Anliegen pflegender Angehöriger stark gemacht und die Angebote der Servicestelle entscheidend weiterentwickelt.
Seit November 2022 leitete Sonja Zauner die Servicestelle Pflegende Angehörige. Schon davor war sie viele Jahre für die Caritas tätig: Ab März 2016 führte sie das Büro des Seniorenwohnhauses Karl Borromäus. Die gute Zusammenarbeit im Team und die Anliegen von Bewohner*innen, Angehörigen und Mitarbeiter*innen standen dabei für sie stets im Mittelpunkt.
Diese Erfahrungen prägten auch ihre spätere Arbeit in der Servicestelle. Aus zahlreichen Gesprächen wusste Sonja Zauner, wie wichtig rasche Unterstützung für Familien ist, wenn die Pflege zu Hause zunehmend zur Belastung wird. Gleichzeitig war es ihr ein besonderes Anliegen, pflegende Angehörige und ihre oftmals wenig sichtbare Leistung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. „Pflegende Angehörige leisten im Hintergrund so viel und erfüllen dadurch nicht nur für die zu Pflegenden einen großen Dienst, sondern auch für die Gesellschaft“, betont Sonja Zauner.
Angebote ausgebaut und neue Anlaufstellen geschaffen
Während ihrer Zeit als Leiterin entwickelte sich das Angebot der Servicestelle weiter: Mit Wels und Eferding kamen zwei Standorte hinzu, in Bad Ischl und Ebensee wurden zusätzliche Sprechtage eingerichtet. Damit stehen mittlerweile Beratungsangebote an 13 Standorten zur Verfügung. Auch die Treffpunkte für pflegende Angehörige wurden ausgebaut. Derzeit gibt es 19 Treffpunkte in ganz Oberösterreich, einen davon für Angehörige von Menschen mit ME/CFS.
Neben Information und Beratung war Sonja Zauner besonders die Gesundheitsförderung ein Anliegen. Denn wer über lange Zeit für einen nahestehenden Menschen sorgt, braucht auch selbst Unterstützung, Entlastung und Möglichkeiten, neue Kraft zu schöpfen. Mit Selbstfürsorge-Angeboten wie Auszeit-Tagen oder „Ein Nachmittag für mich“ wurden gezielt solche Möglichkeiten geschaffen.
Ins öffentliche Bewusstsein gerückt
„Pflegende Angehörige leisten Pflege im Verborgenen, stehen vor vielen Herausforderungen und ihrer eigenen Überforderung. Sie brauchen daher zum einen dringend mehr direkte Unterstützung, zum anderen aber auch mehr Anerkennung in der Öffentlichkeit“, betont Sonja Zauner. Genau dafür machte sie sich während ihrer Zeit als Leiterin stark: Bei zahlreichen Anlässen vertrat sie die Interessen pflegender Angehöriger und rückte ihre Leistungen und Bedürfnisse ins öffentliche Bewusstsein, etwa beim Forum für pflegende Angehörige, einer Kooperationsveranstaltung mit den Oberösterreichischen Nachrichten.
„Eine absolute Kämpferin für das Thema“
Auch die Caritas-Geschäftsleitung würdigt ihren großen Einsatz. Doris Wurm beschreibt Sonja Zauner als Kollegin, die mit viel Beharrlichkeit für pflegende Angehörige eingetreten ist: „Sonja hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Sie ist eine absolute Kämpferin für das Thema, lässt sich nicht verbiegen und ist eine tolle Kollegin. Wir wünschen ihr für ihre verdiente Pension von Herzen alles Gute.“
Mit ihrem Engagement, ihrer Erfahrung und ihrer klaren Haltung hat Sonja Zauner die Servicestelle geprägt und dazu beigetragen, pflegenden Angehörigen Gehör zu verschaffen.
Neues Kapitel
Mit ihrem Abschied beginnt zugleich ein neues Kapitel: Mit Stefanie Weigerstorfer übernimmt eine erfahrene Kollegin die Leitung der Servicestelle, die deren Arbeit seit vielen Jahren kennt. Schon nach ihrem Einstieg bei der Caritas 2016 wirkte sie am Aufbau der Informationsplattform www.pflegeinfo-ooe.at mit und leitete die Servicestelle von 2020 bis 2021 bis zu ihrer Karenz. Nun möchte sie an das Bestehende anknüpfen und die Angebote gezielt weiterentwickeln. Besonders wichtig ist ihr, pflegende und sorgende Angehörige frühzeitig zu erreichen und ihre oft wenig sichtbare Leistung stärker ins Bewusstsein zu rücken. Aus eigener Erfahrung als Mutter weiß sie zudem, was es bedeutet, Verantwortung, Familie und unterschiedliche Rollen miteinander zu vereinbaren. Umso wichtiger ist für sie die Botschaft: „Entlastung darf kein Luxus sein. Wer Hilfe in Anspruch nimmt, gibt Verantwortung nicht ab, sondern sorgt dafür, dass Carearbeit langfristig tragbar bleibt.“
Wird danken Sonja Zauner für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr großes Herz für pflegende Angehörige und wünschen Stefanie Weigerstorfer alles Gute für die neue Aufgabe sowie viel Freude beim Gestalten!