Gruppe darunter Doris Schmidauer und Ernst Sandriesser bei der youngCaritas „Aktion Kilo gegen Armut“ in Klagenfurt mit gesammelten Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

Mit der Aktion Kilo setzte die Caritas Kärnten zum Auftakt ihrer Winternothilfe ein Zeichen der Solidarität: Doris Schmidauer unterstützte in Klagenfurt die Sammlung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln für Menschen in Not. © Caritas Kärnten/Johannes Leitner

4.627 Nächtigungen: Wir starten Winternothilfe.

So viele Nächtigungen wie noch nie in den vergangenen vier Jahren: Von Jänner bis September 2026 verzeichnete unsere Notschlafstelle 4.627 Übernachtungen, um 11,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zum Auftakt unserer Winternothilfe bitten wir um Spenden. Unterstützung erhälten wir dabei auch von Doris Schmidauer, die am 22. Oktober gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen bei der youngCaritas „Aktion Kilo gegen Armut“ in Klagenfurt Lebensmittel und Hygieneartikel für Menschen in Not sammelte.

Immer mehr Menschen in Kärnten brauchen einen sicheren Schlafplatz, eine warme Mahlzeit und sozialarbeiterische Begleitung. Von 1. Jänner bis 30. September 2026 verzeichnete unsere Notschlafstelle 4.627 Nächtigungen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 4.145. Das entspricht einem Anstieg um 482 Nächtigungen beziehungsweise 11,6 Prozent.

Auch der Bedarf an warmen Mahlzeiten bleibt hoch: Von Jänner bis September 2026 gab die Caritas im Eggerheim 10.963 warme Mahlzeiten an Menschen in Not aus.

„Wenn ich an den kommenden Winter denke, begleitet mich Sorge. Die steigenden Nächtigungszahlen zeigen, wie dringend unsere Hilfe gebraucht wird. Damit wir auch im kommenden Winter verlässlich für Menschen in Not da sein können, braucht es neben ausreichend Betten vor allem ausreichend finanzierte Personalkapazitäten. Denn ein sicherer Schlafplatz allein ist noch keine nachhaltige Hilfe. Menschen brauchen Mitarbeiter*innen, die sie willkommen heißen, ihnen zuhören und gemeinsam mit ihnen nach neuen Perspektiven suchen. Diese Begleitung braucht Zeit und eine verlässliche Finanzierung“, sagt Katrin Starc, Fachbereichsleiterin unserer Wohnungslosenhilfe.

Ein obdachloser Mann sitzt dick eingepackt in Jacke und Schlafsack an einer Hausmauer. Eine Mitarbeiterin mit roter Caritas-Jacke hockt neben ihm und bietet Hilfe an.
Wohnungslosigkeit

Schenk Hoffnung für obdachlose Menschen

Die youngCaritas „Aktion Kilo gegen Armut“: Viele kleine Beiträge werden zu konkreter Hilfe

Wie diese Unterstützung aussehen kann, zeigte zum Auftakt der Winternothilfe die „Aktion Kilo gegen Armut“ der youngCaritas. Am 22. Oktober sammelten unzählige Schulklassen, Kindergärten, Jugendgruppen, Unternehmen und engagierte Einzelpersonen in Klagenfurt haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. Auch Doris Schmidauer war vor Ort und zeigte sich beeindruckt von der gelebten Solidarität: “Hier sind viele junge Menschen – Schülerinnen und Schüler, die eine direkte Unterstützung für Menschen in Not leisten und somit ehrenamtliches Engagement leben. Und wir sehen: Jede und jeder kann etwas beitragen, damit ein positives Miteinander möglich wird.“

Insgesamt kamen 3.120 Kilogramm Lebensmittel und Hygieneartikel in Klagenfurt zusammen. Gesammelt wurden unter anderem Reis, Öl, Kaffee, Konserven und Milch sowie Seife, Duschgel und Frauenhygieneprodukte. Die Sachspenden kommen direkt Menschen in Kärnten zugute. Die Caritas gibt sie über die Lebensmittelausgabestelle LEA an armutsbetroffene Menschen sowie im Eggerheim an wohnungs- und obdachlose Menschen weiter.

„Bei der Aktion erleben junge Menschen, dass ihr Beitrag unmittelbar etwas bewirkt. Aus vielen einzelnen Lebensmittel- und Hygieneartikeln wird konkrete Hilfe für Menschen in Kärnten, denen es am Notwendigsten fehlt“, sagt Theresa Kranabetter von der youngCaritas Kärnten.

Das Plakat des Kältetelefons der Caritas Kärnten mit einem Thermostat, dass 0 Grad anzeigt und mit der Aufschrift. "Stellen Sie sich vor eine Parkbank, wäre Ihr Schlafzimmer. Es ist kalt."

Kältetelefon startet am 1. November

Mit 1. November nimmt unser Kältetelefon wieder seinen Betrieb auf. Wer bei niedrigen Temperaturen eine wohnungslose Person im Freien wahrnimmt, kann bis 31. März 2027 täglich von 18 bis 6 Uhr unter 0463/39 60 60 anrufen.

Mitarbeiter*innen der Notschlafstelle und speziell geschulte Freiwillige klären, welche Hilfe notwendig ist. Wenn es die betroffene Person wünscht, vermitteln wir einen warmen Schlafplatz in der Notschlafstelle oder in einem anderen Notquartier. Bei medizinischen Notfällen ist die Rettung unter 144 zu verständigen.

In der vergangenen Wintersaison gingen 119 Hinweise beim Kältetelefon ein. Dadurch konnten 24 obdachlose Menschen vom Roten Kreuz direkt in unsere Notschlafstelle gebracht werden. Drei weitere Personen wurden an den Samariterbund Villach vermittelt.

Spenden machen die Winternothilfe möglich

In der Notschlafstelle finden Menschen einen sicheren Schlafplatz. Im Eggerheim erhalten sie warme Mahlzeiten, können duschen, ihre Kleidung waschen und sozialarbeiterische Beratung in Anspruch nehmen. Damit wir diese Hilfe auch in den kommenden Wintermonaten leisten können, sind wir auf Spenden angewiesen.

„Für uns ist es selbstverständlich, am Abend die Tür hinter uns schließen zu können, ein warmes Bett zu haben und zu wissen, dass das Morgen auch noch so sein wird.  Für unsere Klient*innen ist das nicht der Fall. Gemeinsam können wir das ändern. Ich bin dankbar für jede kleine und große Spende. Sie hilft uns, Menschen in Kärnten mit dem Notwendigsten zu versorgen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen.“, sagt Caritasdirektor Ernst Sandriesser und bittet um Unterstützung.

Obdachlosigkeit hat nicht nur ein Gesicht. Sie hat auch eine Lösung: deine Hilfe.

Ein obdachloser Mann sitzt dick eingepackt in Jacke und Schlafsack an einer Hausmauer. Eine Mitarbeiterin mit roter Caritas-Jacke hockt neben ihm und bietet Hilfe an.
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