Als ich vor drei Jahren in Pension ging, suchte ich nach einer neuen Aufgabe und entschied mich für den Seniorenbereich. Das war naheliegend, da ich davor vierzehn Jahre in der Altenbetreuung gearbeitet hatte. In den Jahren 2004/2005 hatte ich am BFI Salzburg die Ausbildung zur Pflegeassistentin absolviert. Bald war mir klar, dass die Arbeit in einem Seniorenheim für mich das Richtige war. Der Liebe wegen ging ich nach Baden Württemberg und arbeitete da in einem Seniorenheim in Karlsruhe. Als mein Partner verstarb, zog es mich wieder nach Salzburg zurück.
Ich wohne übrigens in der Moosstraße Nr. 7 – für die Caritas eine bekannte Adresse, da in der Galerie des M7 seit kurzer Zeit ein neues Projekt der Caritas seinen Platz gefunden hat – im Rahmen des Projekts „Kongenial“ finden hier wöchentliche Treffen statt, Menschen jeden Alters sind eingeladen am Mittwochnachmittag von 15.00 bis 17.00 Uhr ins M7 zu kommen. Bei Kaffee und kleinen Snacks lassen sich hier neue Kontakte knüpfen. Ideen zur Gestaltung des Stadtteils Maxglans können ebenfalls eingebracht werden.
Mir ist es ebenfalls wichtig, etwas gegen die Einsamkeit der Menschen zu tun. Da ich beruflich bei alten Menschen aus und ein gegangen war und ich diese Arbeit in der Pflege sehr gern gemacht hatte, konnte ich bei einem Gespräch mit einer Mitarbeiterin bei der Caritas Freiwilligenarbeit schon genau sagen, dass ich eine Aufgabe im Seniorenbereich suchte. Wichtig war mir dabei die Erreichbarkeit und als mir gesagt wurde, dass die Seniorenresidenz Schloss Kahlsperg in Oberalm sehr nahe an einer S-Bahn-Station liegt, entschied ich, mich da zu melden. Zu Kahlsperg hatte ich auch schon einen Bezug, da vor etlichen Jahren eine Tante von mir dort in Pflege war.
Für mich war es interessant, nun in die neue Rolle als Freiwillige im Besuchsdienst zu schlüpfen. Seit drei Jahren bin jetzt jeden Dienstag in der Seniorenresidenz und diese Zeit ist ein wöchentlicher Fixpunkt für mich, ein Termin, den ich nur ungern ausfallen lasse. Die Erfahrung in der Pflege erleichterte mir gleich den Zugang zu den betagten Menschen. Auch Bewohner*innen, die meinen Namen nicht kennen oder ihn schon einmal gehört und dann wieder vergessen haben, grüßen mich. Eine Frau, die an Demenz erkrankt ist, lacht immer über das ganze Gesicht, wenn sie mich sieht. Wenn mich die Leute anlächeln, ist das wie ein Dank dafür, dass ich sie besuchen komme. Dieses Lächeln ist das Schönste, was mir die Leute geben können. Für mich bedeutet die Begegnung mit den betagten Menschen, ich nenne sie immer gern „Oldies“, keine psychische Belastung. Sie haben so unterschiedliche Biografien, die einen haben ihr Leben besser, die anderen mit vielen Sorgen gelebt. Ich bin froh, dass ich sie besuchen kann und versuche, mich an die jeweilige Situation anzupassen, also einmal passt ein Spaziergang durch den Park, hin und wieder ein „Mensch ärgere dich nicht“-Spiel und ein anderes Mal werden einfach ein paar Worte gewechselt. Christian Ferner ist der Freiwilligenkoordinator, er kennt die Bewohner*innen natürlich sehr gut und kann mir auch sagen, wer sich über einen Besuch freuen würde.
Hin und wieder unterstütze ich auch die Leiterin der Bastelrunde. Es gibt einige Aktivitäten, die den Bewohner*innen angeboten werden und bei denen sich Freiwillige einbringen. Es freut mich besonders, dass sich auch junge Leute für die alten Menschen interessieren, es sind Schüler*innen, die über die youngCaritas im Projekt “youngCares” ins Seniorenheim kommen. Natürlich sind diese Freiwilligen jeweils zu anderen Zeiten als ich im Haus, aber ich treffe sie bei Veranstaltungen, zu denen Kerstin Tautz, die Leiterin des Hauses, auch uns Freiwillige einlädt. So war ich beim Grillfest dabei oder beim Spanferkel- und beim Weißwurstessen. Wir sind auch zur Weihnachtsfeier eingeladen und ich helfe da gern bei den Vorbereitungen mit.
Am 2. Oktober hat uns die Caritas zu einem Freiwilligenfest eingeladen, unser Freiwilligenkoordinator und einige der Freiwilligen aus Kahlsperg sind gekommen und ich fand das sehr schön, dass dieses Fest für uns veranstaltet wurde.
Das hat mich auch darin bestärkt, mich weiterhin als Freiwillige zu engagieren, vor allem aber würde mir sonst die Verbindung zu den Oldies richtig fehlen!
Lydia Pehab