„Mama, darf ich meine Zeichnung in meinem Zimmer aufhängen?“ Für Anna ist dieser kleine Moment etwas Besonderes. Denn zum ersten Mal ist ihre Wohnung kein Provisorium mehr. Die Kinderzeichnung ihres sechsjährigen Sohnes findet einen Platz, an dem sie bleiben darf.
Der Jobverlust traf Anna völlig unerwartet. Die Firma, in der sie ihre Lehre gemacht hatte, geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Bald wurde die Miete für Anna untragbar. Die junge Mutter sparte, wo sie konnte, aber die Rechnung ging nicht mehr auf. Freunde und Verwandte halfen zunächst mit einem Zimmer. Doch die Notlösungen waren immer nur vorübergehend.
In der Beratungsstelle Existenz & Wohnen fand Anna Unterstützung. Gemeinsam wurden Förderungen beantragt, die finanzielle Situation geklärt und eine passende Wohnung gesucht. Nach einer herausfordernden Zeit ist der Mietvertrag nun unterschrieben. Während ihr Sohn voller Freude durch die noch fast leeren Räume rennt, hängen seine Zeichnungen bereits an den Wänden. Sie müssen nun nicht mehr im Koffer verschwinden, sondern können bleiben.
Wenn Sparen nicht mehr ausreicht …
Annas Geschichte steht stellvertretend für viele Menschen in Vorarlberg, die trotz aller Bemühungen an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Für immer mehr Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen ist eine warme Wohnung, ein sicheres Zuhause oder ein gedeckter Tisch keine Selbstverständlichkeit mehr.
Armut beginnt oft lange bevor Menschen alles verloren haben: mit dem ständigen Verzicht, der Sorge um die nächste Rechnung oder der Angst, den eigenen Kindern nicht genug bieten zu können. Hohe Lebenshaltungs-, Wohn- und Energiekosten verschärfen diese Situation.
Deshalb stellt die Caritas im November ihre Inlandshilfe in den Mittelpunkt. Ob in der Beratungsstelle Existenz & Wohnen, in der Notschlafstelle, im Haus St. Michael oder durch die Familienhilfe: Das vorrangige Ziel der Hilfe ist es, die Existenz der Betroffenen zu sichern, neue Perspektiven aufzuzeigen und sie auf dem Weg zurück in ein eigenständiges Leben zu begleiten. Gleichzeitig arbeitet die Caritas daran, die Ursachen von Armut sichtbar zu machen und nachhaltige Verbesserungen zu erreichen.
„Halten wir zusammen“, appelliert Caritasdirektor Walter Schmolly. „Helfen wir gemeinsam Menschen in Vorarlberg, damit sie wieder mit Zuversicht in die Zukunft blicken können. Jeder Euro macht einen Unterschied und schenkt Hoffnung.“
So können Sie helfen:
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