Bereits zum 14. Mal ermöglichten die Caritas-invita-Mitarbeiterinnen Anneliese Dichtl-Pühringer und Roswitha Schießl 30 Bewohner*innen der Caritas-Standorte Engelhartszell, Pamingerhof und Moserhof eine Beiwagenausfahrt. Erstmals waren auch Bewohner*innen des Instituts Hartheim dabei. Am 22. August war es wieder so weit. 23 Fahrer*innen aus Österreich und Deutschland rückten mit ihren Beiwagen-Maschinen in Engelhartszell an. Etwa eine Stunde lang wehte den Mitfahrer*innen bei gemütlichem Tempo von 60 bis 70 km/h der Fahrtwind um die Nase.
Zur Abwechslung eine neue Route
Für die Auswahl der Route zeichnet seit Beginn Sepp Hartl verantwortlich. Damit es für Fahrer*innen und Mitfahrer*innen eine Abwechslung gibt, hat er sich heuer wieder eine neue Strecke ausgesucht. Hauptkriterium, dass der Tross fast nur rechts abbiegen muss, um den Querverkehr nicht zu behindern. „Aus Sicherheitsgründen braucht es trotzdem vier bis fünf Solofahrer vom MRC Kallham, die an den Kreuzungen für ein ungehindertes Durchfahren der Gruppe sorgen“, schildert Sepp Hartl.
Nach dem Start in Engelhartszell ging es nach St. Aegidi, Stadl, Vichtenstein und Esternberg und von dort über die Bundesstraße 130 Nibelungenstraße entlang der Donau Direttissima zurück zum Ausgangspunkt in Engelhartszell. „Die Beiwagen-Maschinen sind mein Hobby. Normalerweise begleiten mich meine beiden Söhne bei dieser Tour. Ich bin froh, dass ich gesunde Kinder habe und mache die Fahrt, um den Menschen eine kleine Freude zu bereiten“, sagt Hartl.
„Ich war zu Tränen gerührt“
Werner Jarisch, passionierter Motorradfahrer vom MF Quo vadis aus Weyer, war zum ersten Mal dabei und nahm viele Emotionen mit nach Hause. „Ich hatte vor zehn Jahren unverschuldet einen schweren Motorradunfall mit Schädelbasisbruch und Schädel-Hirn-Trauma. Ich lag neun Wochen im Koma und musste vom Lesen übers Schreiben bis zum Gehen alles wieder neu lernen. Aber ich hatte großes Glück, ich bin genesen und konnte nach 15 Monaten wieder auf ein Motorrad steigen“, schildert der Koch.
Die Liebe zum Motorradfahren – er bestreitet auch Rennen in der Superbike Klasse B“ – ist ihm geblieben, hinzu kam eine große Dankbarkeit. „Mein erster Gast in der Beiwagen-Maschine hatte nach einem Motorradunfall eine Behinderung. Ich war zu Tränen gerührt“, erzählt der 51-Jährige: „Denn ich kann meine große Leidenschaft noch ausüben.“
„Freude der Mitfahrer*innen ist extrem schön“
Die beiden Initiatorinnen, Anneliese Dichtl-Pühringer und Roswitha Schießl, tuen sich die ganze Organisation jedes Jahr wieder an, weil „es so schön ist, die Freude der Mitfahrer*innen zu sehen. Das ganze Jahr lang warten sie schon auf das Ereignis. Manche schauen zu Beginn ein bisschen skeptisch, andere hüpfen gleich in den Beiwagen hinein, sobald er in Position steht. Auch Rollstuhlfahrer*innen nehmen wir mit“, sagt Dichtl-Pühringer.
Zum Dank gibt es für die freiwilligen Biker*innen eine kleine Jause, auch für die mutigen Mitfahrer*innen stehen Kuchen und Kaffee bereit.