Links eine junge Frau in orangem Shirt sitzt und hält den Arm einer alten Dame, die im Rollstuhl sitzt.

© Daniela Gollner

Pflegefall Fachkräftemangel: Ausbildung ist die beste Therapie

Der Fachkräftemangel in der Pflege und Betreuung zählt zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre. Mit ihren drei Schulen für Sozialbetreuungsberufe leistet die Caritas Oberösterreich einen wichtigen Beitrag, um diesem entgegenzuwirken: Heuer haben 244 Personen ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. 87 von ihnen erwarben zusätzlich den Berufsabschluss als Pflegeassistenz und stehen damit künftig auch dem Gesundheitsbereich als dringend benötigte Fachkräfte zur Verfügung.

„Jede Absolventin und jeder Absolvent ist ein Gewinn – für die Menschen, die auf professionelle Unterstützung angewiesen sind, und für unsere Gesellschaft insgesamt. Pflege- und Sozialbetreuungsberufe gehören zu den wichtigsten Zukunftsberufen überhaupt. Dass die Zahl unserer Absolventinnen und Absolventen in den vergangenen drei Jahren um knapp elf Prozent gestiegen ist, ist ein starkes Signal. Immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst für einen Beruf mit Sinn und Zukunft“, sagt Martin Gruber, Vorstand der Caritas Oberösterreich. Konsequente Investitionen in Ausbildung nötig

In Ausbildung investieren

Wie groß der Bedarf bereits heute ist, zeigt ein Blick auf die Caritas Oberösterreich: Allein in den Seniorenwohnhäusern sowie den Mobilen Familien- und Pflegediensten arbeiten rund 400 Fach- und Diplom-Sozialbetreuer*innen. Gleichzeitig wird rund ein Drittel dieser Fachkräfte innerhalb der nächsten 15 Jahre das Pensionsalter erreichen. „Diese Entwicklung zeigt, wie wichtig jede erfolgreich abgeschlossene Ausbildung ist. Wenn wir auch künftig eine hochwertige Pflege und Betreuung sicherstellen wollen, müssen wir heute konsequent in Ausbildung investieren. Unsere Absolventinnen und Absolventen sind ein wesentlicher Teil der Lösung gegen den Fachkräftemangel“, so Martin Gruber.

Gute Perspektive bei Quereinstieg

Viele Beschäftigte finden ihren Weg erst im zweiten Bildungsweg in die Pflege und Sozialbetreuung. „Gerade Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger bringen wertvolle Lebens- und Berufserfahrung mit. Sie entscheiden sich ganz bewusst für diesen Beruf und bereichern mit ihrer Motivation“, sagt Martin Gruber.

Die Caritas qualifiziert in ihren Schulen nicht nur Fachkräfte für den externen Arbeitsmarkt, sondern auch Mitarbeiter*innen für die eigenen Seniorenwohnhäuser, Mobilen Dienste sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen. Dass daraus oft langfristige Berufswege entstehen, zeigt die Belegschaft: Ein Viertel der Sozialbetreuer*innen in der Pflege und den Familiendiensten arbeitet bereits seit mindestens 15 Jahren bei der Caritas Oberösterreich, jede*r Achte seit mehr als 20 Jahren. Die dienstälteste Mitarbeiterin begann bereits 1984 in den Mobilen Familiendiensten und ist seit 42 Jahren im Einsatz.

Ausbildung stärkt die soziale Infrastruktur in Oberösterreich

„Unsere Schulen sind mehr als Ausbildungsstätten. Sie sind Lern- und Lebensräume, in denen Menschen fachlich und persönlich wachsen. Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern stärken Haltung, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein. So bilden wir Fachkräfte aus, die die Pflege und Sozialbetreuung der Zukunft aktiv mitgestalten. Die Menschen, die heute ihre Ausbildung abschließen, sichern morgen die Lebensqualität vieler anderer. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und sind eine zentrale Säule der sozialen Infrastruktur in Oberösterreich“, erklärt Martin Gruber.

Information für eine Ausbildung oder einen Job, Praktikum, FSJ in der Caritas OÖ.