Unterstützungserklärungen an Landesrätin Martina Rüscher übergeben
Die Initiatoren haben 2.249 Unterstützungserklärungen für die Einsetzung eines Bürgerrates zum Thema sozialer Zusammenhalt und Armutsentwicklung an die zuständige Landesrätin Martina Rüscher überreicht. Die Initiative war Mitte Mai mit dem Aufruf gestartet, einen Bürgerrat einzusetzen, der sich mit der Frage beschäftigt, wie gemeinsam der soziale Zusammenhalt in Vorarlberg gestärkt und der Armutsentwicklung wirksam begegnet werden kann.
Doppelt so viele Unterschriften wie nötig
Mit 2.249 Unterschriften wurde die erforderliche Hürde von 1.000 Unterstützungs-erklärungen für einen Bürgerrat auf Landesebene deutlich überschritten. Für Mitinitiator Walter Schmolly ein starkes Zeichen für das breite Interesse der Bevölkerung an sozialen Zukunftsfragen. Zahlreiche Pfarren, Vereine, Organisationen und engagierte Bürger*innen haben sich in den vergangenen Wochen hinter das Anliegen gestellt und damit den Wunsch nach einer sachlichen und konstruktiven Diskussion über den gesellschaftlichen Zusammenhalt bekundet. „Die 2.200 Unterstützungserklärungen machen deutlich, dass vielen Menschen in Vorarlberg sozialer Zusammenhalt ein zentrales Anliegen ist und dass sie den Wunsch haben, diesen aktiv zu stärken“, betont Caritasdirektor Walter Schmolly. „Zugleich zeigt die hohe Beteiligung, dass das Thema weit über die unmittelbar von Armut betroffenen Menschen hinausreicht. Es geht um die Frage, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen, wie wir dafür Verantwortung untereinander aufteilen und wie wir letztlich verhindern können, dass Menschen zurückgelassen werden.“
Fundament einer solidarischen Gesellschaft
Die Caritas hatte den Bürgerrat initiiert, weil der öffentliche Dialog erweiterte Formate braucht, um alle mitzunehmen und unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen einbringen zu können. Zudem zeigen aktuelle Statistikdaten und die Erfahrungen aus den Beratungsstellen der Caritas, dass zu viele Menschen – insbesondere Kinder und Jugendliche – Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren. „Viele Menschen in Vorarlberg sehen vor dem Hintergrund der Kürzungen im Sozialbereich und der sich weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich die Notwendigkeit einer breiten Auseinandersetzung mit den Fragen: In welchem Sinn wollen wir eine solidarische Gesellschaft sein? Was empfinden wir als gerecht? Was soll das unterste soziale Auffangnetz leisten? Wer kann was beitragen?“, sagt Walter Schmolly. Im Mittelpunkt steht dabei die Überzeugung, dass sozialer Zusammenhalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht nur eine der Politik oder des Sozialbereichs ist. „Sozialer Zusammenhalt ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und den Bürgerinnen und Bürgern selbst“, so Schmolly. Der Bürgerrat soll Menschen aus unterschiedlichen Lebensrealitäten zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit geben, sich mit diesen Zukunftsfragen auseinanderzusetzen, Erfahrungen, Perspektiven und Ideen einzubringen.
Landesverwaltung nun am Zug
Das Instrument des Bürgerrates ist in der Vorarlberger Landesverfassung verankert. Es soll den Dialog zwischen Bevölkerung, Fachleuten und politisch Verantwortlichen fördern und Empfehlungen an die Politik und Verwaltung machen.
Bei der Übergabe wurde gemeinsam vereinbart, dass die Vorbereitungen nach dem Sommer starten und die Durchführung des Bürgerrates zu Beginn des Jahres 2027 erfolgen soll. Das schafft zeitlich den Raum, um im Herbst begleitende Dialogformate mit breiter Beteiligung und zu unterschiedlichen Themen zu gestalten. „Es ermöglicht zudem, eine Brücke zu bereits bestehenden Aktivitäten zu schlagen, die sich ebenfalls mit der Frage beschäftigen, wie wir in unserer Gesellschaft gemeinsam Verantwortung wahrnehmen, um Lebensqualität zu sichern“, sieht Landesrätin Martin Rüscher diese Initiative eines Bürgerrates als wertvolle Chance, um miteinander Herausforderungen im sachlichen Austausch zu thematisieren. „Ich danke allen, die mit ihrer Stimme dem Thema Gewicht geben und bedanke mich für diese Initiative.“
Rückfragen:
Caritas Vorarlberg
Claudio Tedeschi, Kommunikation
E-Mail: kontakt@caritas.at
Informationen zum Bürgerrat