Botschaften, die ankommen: „Special Delivery“ begeisterte Publikum

Monatelang haben die rund 50 Mitwirkenden neben Schule und Alltag auf diesen Moment hingearbeitet: Bei der Premiere des Musicals „Special Delivery“ am Dienstagvormittag beeindruckten die Jugendbotschafter*innen der Caritas Auslandshilfe und die groovalos! nicht nur mit Musik und Tanz, sondern auch mit einer starken Botschaft über Kinderrechte.

„Dieses Musical ist eine echte Herzensangelegenheit“ – mit diesen Worten eröffnete Jugendbotschafterin Viola Amann am Dienstagvormittag die ausverkaufte Premiere im Kulturhaus Dornbirn. Wenige Augenblicke später wurde deutlich, wie viel Engagement tatsächlich in dem Projekt steckt. Rund 50 engagierte und motivierte Jugendliche wirkten an der Produktion von „Special Delivery“ mit. Über zehn Monate hinweg hatten die Jugendbotschafter*innen gemeinsam mit den groovalos! geprobt und dabei jeweils rund 230 Stunden investiert. In dieser Zeit wurde nicht nur gesungen, getanzt und geschauspielert, sondern auch intensiv an Szenen gefeilt, ausdrucksstarke Choreografien entwickelt und bewegende Inhalte erarbeitet. Zusätzlich entstanden etwa 300 Requisiten, die liebevoll und detailreich entworfen, gebastelt und gemalt wurden. „Das Musical wurde von Grund auf partizipativ gestaltet“, betonen die Jugendlichen: „Wir haben Texte geschrieben, Lieder ausgewählt und unsere eigenen Ideen eingebracht.“

Das Musical erzählt die Geschichte eines Paketboten und seiner Tochter und führt das Publikum durch unterschiedliche Lebenswelten junger Menschen. Themen wie Bildung, Mitbestimmung, Schutz vor Gewalt, Chancengleichheit und gesellschaftliche Verantwortung werden in Musik, Tanz und Schauspiel aufgegriffen. Dabei bleibt es nicht bei der Darstellung von Problemen. Die Jugendlichen formulieren auch konkrete Wünsche und Forderungen an Politik und Gesellschaft. Immer wieder wird deutlich: Kinderrechte sind keine Selbstverständlichkeit, sondern müssen aktiv geschützt und umgesetzt werden. Die Aufführung richtet deshalb auch einen klaren Appell an Entscheidungsträger*innen, junge Menschen stärker einzubeziehen und ihre Rechte konsequent zu sichern.

Besonders wichtig ist den Beteiligten dabei der Aspekt der Inklusion. Bei „Special Delivery“ stehen auch Kinder mit bedarfsorientiertem Förderbedarf auf der Bühne, und dank der langjährigen Kooperation mit dem LZH gibt es bei allen Vorstellungen eine Gebärdensprach-Übersetzung. Auch die Kinder- und Jugendanwaltschaft Vorarlberg (KIJA) ist Kooperationspartnerin des Musicals.

Nach dem Schlussapplaus war die Erleichterung bei allen Beteiligten, darunter auch  Nico Kantner, Projektleiterin bei den Jugendbotschafter*innen, deutlich spürbar. Die Mitwirkenden konnten sich nicht nur über eine gelungene Aufführung freuen, sondern auch über viel positives Feedback aus dem Publikum. „Ich habe viel Neues über Kinderrechte erfahren“, sagte Arash (10 Jahre alt) nach der Vorstellung. Besonders gut kam die musikalische Umsetzung an. „Am besten haben mir die Lieder gefallen“, meinte Angelo, 12 Jahre. Der ebenfalls 12-jährige Brian sagte: „Ich würde das Musical weiterempfehlen“ und hob vor allem einen Song hervor: „Das Lied über die Bildung hat mir sehr gut gefallen, weil ich auch der Meinung bin, dass man in der Schule besser fürs Leben vorbereitet werden sollte.“

Das Musical wurde von Dienstag bis Donnerstag insgesamt sieben Mal aufgeführt.
Mit etwas Glück kommt „Special Delivery“ im Herbst noch einmal auf die Bühne. 

Nähere Infos auf www.jugendbotschafter-vorarlberg.at und www.caritas-vorarlberg,at