Als Caritasmitarbeiter und Projektverantwortlicher kennt Michael Zündel den Süden Äthiopiens wie seine eigene Westentasche. Erst kürzlich war er vor Ort. Mit im Gepäck hatte er viele positive Geschichten, wie Hilfe aus Vorarlberg wirkt. Er weiß aber auch um die Nöte der Menschen vor Ort und Auswege für Hunger und Mangelernährung.
„Die gute Nachricht zuerst: In diesem Jahr sind die Regenfälle zur rechten Zeit und ausreichend ausgefallen, es zeichnet sich somit eine gute Ernte für die Bauern ab“, berichtet Michael Zündel von der Caritas Auslandshilfe. „Allerdings leiden die Menschen massiv unter den ständig teurer werdenden Lebensmitteln und überhaupt aller Güter des täglichen Bedarfs.“ Gerade in der Hauptstadt Addis Abeba sind auch die Mietpreise ins Uferlose nach oben geklettert: „Der Großteil der Menschen muss allein für die Miete 85 Prozent des Einkommens verwenden, da bleibt nicht mehr viel übrig für Lebensmittel oder Kleidung. Eine besondere Herausforderung war es für die Caritas-Mitarbeiter, an Treibstoff zu kommen. Die Gründe dafür? „Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat massive negative Auswirkungen auf Äthiopien“, spricht Michael Zündel das fragile Zusammenspiel der Weltengemeinschaft an. Die Folgen: Der Hunger nimmt in weiten Teilen Afrikas wieder zu.
Arbeit zeigt Wirkung bei Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft
Auf die Arbeit der Caritas Vorarlberg in Äthiopien angesprochen, kann Michael Zündel auf umfangreiche Projekte verweisen: „Wir sind von Addis Abeba südlich bis fast zur Grenze zu Kenia tätig. Vor allem im Gesundheits- und Bildungsbereich wird aktuell sehr viel umgesetzt. Im Bildungsbereich haben wir gerade erfolgreiche Pilotprojekte in Sachen inklusiver Bildung gestartet, im Gesundheitsbereich laufen die Planungen für den Neubau und die Renovierung von mehreren Gesundheitseinrichtungen und Ambulanzen. Ein großes Netzwerkprojekt mit unseren wichtigsten Partnerorganisationen zeigt bereits jetzt am Beginn erfreuliche Synergien. Mit der Unterstützung aus Vorarlberg gelingt es uns, die Projekte gemeinsam mit unserer Partnerorganisationen so umzusetzen, dass sie nachhaltige Wirkung zeigen werden.“
Mit Vorarlberger „Schubkraft“
Michael Zündel war vor fast 30 Jahren das erste Mal in Äthiopien, damals noch als freiwilliger Mitarbeiter. Seit 19 Jahren ist er hauptamtlich für die Kinder- und Bildungsprojekte der Caritas Auslandshilfe zuständig. Immer wieder besucht der gelernte Lehrer auch Kinder, deren Eltern er überzeugen konnte, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Wichtig ist ihm auch, den Eltern die Kinderrechte der Vereinten Nationen bewusst zu machen – Lehrer*innen und Betreuer*innen in von der Caritas Vorarlberg unterstützten Einrichtungen sind darin gut geschult.
Jede Äthiopien-Reise ist für Michael Zündel auch in menschlicher Sicht eindrücklich. „Was ich an den Menschen in Äthiopien wirklich bewundere, ist die unglaubliche Zuversicht und Zufriedenheit, die sie an den Tag legen, auch wenn die Rahmenbedingungen oft äußerst prekär sind. Von dieser optimistischen Grundhaltung habe ich persönlich viel gelernt.“ Und immer wieder beeindruckt ihn die Gastfreundschaft in Äthiopien: „Auch wenn die Menschen kaum etwas haben, teilen sie das Wenige.“
Caritas-Hungerhilfe 2026 Raiffeisenbank Feldkirch, IBAN AT 32 3742 2000 0004 0006 Kennwort: Hungerhilfe 2026, Online-Spenden: www.caritas-vorarlberg.at Spendenbeispiele: 20 Euro finanzieren ein Hilfspaket mit Grundnahrungsmitteln für eine Familie mit Öl, Mais, Erdnüssen und Gemüse in Äthiopien. 50 Euro ermöglichen einer bedürftigen Familie in Mosambik den Kauf von Saatgut und einfachen landwirtschaftlichen Geräten, um eigenes Gemüse anzubauen. 80 Euro sichern einem Kind in Ecuador ein Jahr lang den Besuch der agroökologischen Lernwerkstatt. |