„Wenn ich später einen Kran sehe, denke ich mir: Da habe ich mitgearbeitet“, sagt Manny Schäfer, ohne den Blick von seiner Arbeit zu heben. Viel Zeit für Gespräche bleibt nicht. Routiniert greift er nach der nächsten Metallstange, setzt sie an und biegt sie gemeinsam mit seinem Kollegen Lorenz in Form. Es sind Teile, die später in großen Maschinen verbaut werden.
Dass hier Handgriff auf Handgriff sitzt, ist kein Zufall. Der Arbeitsnachmittag hat kurz davor mit einer Besprechung gestartet: Das Team von „gschickt & gschwind“ kommt zusammen, Aufgaben werden verteilt, Prioritäten geklärt. Wer übernimmt welchen Auftrag, was ist besonders dringend? Die Abläufe sind strukturiert, die Anforderungen klar. „Wir sehen uns als verlängerte Werkbank von Unternehmen, die bestimmte Arbeiten an uns auslagern“, sagt Caritas-Stellenleiter Sabino Juriatti. Neben kleineren Betrieben gehören auch große Industriefirmen wie Liebherr zu den Partnern. Die Zusammenarbeit funktioniert verlässlich, die Abläufe sind eingespielt.
Klare Strukturen
Für Sabino Juriatti liegt darin mehr als ein gut organisiertes System. „Die Unternehmen bekommen einen verlässlichen Partner, und unsere Klientinnen und Klienten können unter realen Bedingungen arbeiten“, sagt er. Falt- und Biegearbeiten, Sortier- und Montagetätigkeiten – vieles wird möglichst eigenständig erledigt. Dabei geht es nicht nur um das Ergebnis, sondern um den Weg dorthin: Verantwortung übernehmen, Genauigkeit entwickeln, Arbeitsroutinen verinnerlichen. Fähigkeiten, die den Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt erleichtern sollen.
Manny Schäfer erlebt genau das im Arbeitsalltag. Besonders wichtig ist ihm zu sehen, wohin seine Arbeit führt. Deshalb ist er und seine Kolleg*innen bei Auslieferungen häufig dabei. „Dann sieht man, dass das, was man macht, gebraucht wird“, sagt er. Dass ihm die Arbeit gefällt, merkt man schnell – auch wenn er mit einem kurzen Lachen ergänzt: „Das Wochenende ist schon noch besser.“ Dann wird er wieder ernst und macht weiter. Denn hier geht es auch um Disziplin und Ausdauer.
Neuer Arbeitsort
Anfang des Jahres hat das „gschickt & gschwind“ die neuen Räumlichkeiten in der Klarenbrunnstraße 85 bezogen. Bedingt durch Umstrukturierungen im Fachbereich Assistenz und Teilhabe der Caritas war der Umzug notwendig geworden. Mit der Schließung der Werkstätte Ludesch sind auch Klient*innen und Mitarbeitende teilweise hierher übersiedelt. Der neue Standort steht für Veränderung – und für neue Möglichkeiten. Und auch der neue Name CultWerk signalisiert diesen Aufbruch: ein Ort der Begegnung und des Miteinanders.
Kontakt:
Stellenleiter Sabino Juriatti, T. 0676/88420 2147, E. sabino.juriatti(at)caritas.at