Ein besonderer Moment am Muttertag im Familienhaus der Caritas bewegt alle Anwesenden: Ein kleines Mädchen singt für die Mütter im Raum und lässt alle Sorgen für einen Augenblick in den Hintergrund treten. Die Szene macht spürbar, wie stark die Bindung zwischen Eltern und Kindern gerade auch in schwierigen Lebenslagen ist.
Es ist still an diesem Muttertag im Aufenthaltsraum des Familienhauses St. Michael in Feldkirch. Acht Mütter sitzen nebeneinander auf Stühlen und warten gespannt, was sie erwartet. Leise Gespräche verstummen, als ein kleines Mädchen nach vorne tritt. Mit schüchternem Blick, aber fester Stimme beginnt sie zu singen: „Danke, Mama, du bist wunderbar…“ Ihre klare, zarte Stimme erfüllt den Raum. Sie singt nicht nur für ihre eigene Mutter, sondern für alle Mütter, die hier sitzen. Die Zuhörerinnen sind berührt von diesem besonderen Moment, manche wischen sich verstohlen eine Träne aus den Augen.
Auch für die Mitarbeitenden des Familienhauses bleibt diese Szene unvergessen: „Es war ein Augenblick, der zeigt, was oft im Verborgenen bleibt: die tiefe Verbundenheit zwischen Mutter und Kind – gerade dort, wo das Leben herausfordernd ist.“ Momente wie diese machen für Denka Mujkanovic Subasic, Leiterin des Familienhaus St. Michael, sichtbar, wie viel Hoffnung, Liebe und Stärke selbst in schwierigen Lebenssituationen wachsen können und wie wichtig es ist, Familien auf diesem Weg zu begleiten.
Echte Wendepunkte
Das multiprofessionelle Team im Familienhaus St. Michael steht Familien nach belastenden Ereignissen rund um die Uhr zur Seite. Am Ende des Rosa-Michael-Wegs gelegen, ist das Haus kein Endpunkt, sondern ein Ort, an dem Mütter und auch Väter Kraft tanken und sich für das Leben mit ihren Kindern stärken. Für viele wird die Zeit hier zu einem Wendepunkt. Im Mittelpunkt stehen eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung sowie das Wiederfinden von Vertrauen und Sicherheit.
Familien können aus unterschiedlichen Gründen in belastende Lebenslagen geraten. Dazu zählen unter anderem gesundheitliche Beeinträchtigungen, Verlusterfahrungen, Trennungen oder andere einschneidende Ereignisse. Zusätzlich können strukturelle Barrieren – etwa erschwerte Zugänge zu Sozialleistungen oder psychotherapeutischer Unterstützung – den Alltag weiter herausfordern.
„Mütter verfolgen das Ziel, ihren Kindern bestmögliche Entwicklungsbedingungen zu bieten – jeweils im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten“, betont Denka Mujkanovic-Subasic und ergänzt: „Ich wünsche mir mehr gesellschaftliche Akzeptanz und ein größeres Verständnis für ihre Lebensrealitäten.“
Der Muttertag im Familienhaus wird auch heuer wieder ein besonderer Tag sein. Gefeiert wird bei einem gemeinsamen Brunch. Und wer weiß – vielleicht erklingt auch dieses Mal wieder ein berührendes Muttertagslied.
Helfen Sie mit, dass Familien im Familienhaus St. Michael gut begleitet werden können: Spendenkonto: IBAN: AT32 3742 2000 0004 0006 Kennwort: Kinder in Not |